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Vollständige Version anzeigen: Die Sache mit deinem Leben
Pusteblumenkohl
So, endlich nach 2 langen Monaten ist es soweit. Die Sieger stehen fest.
Hier das Ergebnis:

Den ersten Platz belegt Text 14 "Gefecht auf verlorenem Posten"

Den zweiten holte sich Text 1 "Kino im Joghurtregal"

einen Dritten Platz gibt es auch noch. Diesen ergatterte Text 12 "Du bist ich"

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und viel Spass mit den Preisen.
Pusteblumenkohl
#001 Kino im Joghurtregal


Da ist es schon wieder passiert: Ich wollte nur schnell ein paar Dinge einkaufen und als ich im Kühlregal eine bestimmte Joghurtsorte erblicke, startet in mir ein Film aus der Vergangenheit, der mir Szenen aus unserem Alltag zeigt. Diesmal sehe ich uns beide beim Frühstück, wo wir uns um den letzten Löffel von eben diesen Joghurt balgen: Du hast mir tief in die Augen geschaut, den Löffel in Reichweite hingehalten und liebevoll gefragt: „Hast du mich lieb?“ Diese Frage hat mich damals total glücklich gemacht und selbst jetzt meine ich noch zu spüren, wie die Schmetterlinge in mir Polka tanzten. Melancholie erfüllt mich. Noch nie habe ich mich so vollkommen gefühlt, wie in deinen Armen. Nie zuvor waren meine Gefühle so tief und intensiv. Mit dir hatte ich die Gewissheit nach mehreren Irrfahrten auf dem richtigen Weg zu sein. Aber dieser Weg endete sehr schnell in einer Sackgasse. Für uns gab es kein Happy End, denn obwohl wir oft mit Zufriedenheit erfüllt waren und viele Momente voller Glück und Vertrautheit erlebt haben, hast du mich verlassen – wegen deiner großen Liebe. Ich war dein „Mann im Mond“: Als dir deine alte Welt zuviel geworden ist, kamst du auf meinen Planeten und hast mein Universum auf den Kopf gestellt. Leider war es nur eine Stippvisite und bevor ich dich richtig fassen konnte, warst du auch schon wieder auf dem Weg zurück. Ohne mich. Ich blieb zurück – traurig und fassungslos. Hab ich das alles nur geträumt? Sind die Erinnerungen nur Illusionen? Nein – sie sind Realität, der ich mich immer und immer wieder stellen musste. Nach der ganzen Zeit sind die Wunden verheilt – nur Narben zeugen noch von der Sache mit meinem Leben. Manchmal kitzeln sie – wenn das Kopfkino wieder beginnt und deine Stimme fragt: „Hast du mich lieb?“
Pusteblumenkohl
#012 Du bist Ich




Wer bist du und wo kommst du her?
Warum erscheint dein Blick so leer?
Dein Lächeln dringt zu mir durch den Raum
Werde erinnert an einen oft geträumten Traum
Doch warum blickst du im Kreis und lächelst alle so an?
Warum ziehst du so viele in deinen Bann?

Wie kann das sein?
Was geschieht dort?
Was tust du mir an?

Warum gibst du deine Nähe an so viele ab?
Blickst auf alle von oben herab?
Denkst du, du kannst mit allen so spielen?
Wäre ich denn dann nur einer von vielen?
Ist es denn Liebe, die man von dir kann erfahren?
Kannst du mir noch sagen von allen die Namen?

Wie kann das sein?
Was geschieht dort?
Warum machst du dich so kaputt?

Die Sache mit deinem Leben kann ich schlecht verstehen
Will nicht dass es mir genauso wird ergehen
Komme nicht damit klar, dass du bist wie du bist
Und hätte doch gern, dass mehr als dieser Blick zwischen uns ist.
Würde dir gerne meine Liebe schenken
Und dich auf den richtigen Weg damit lenken

Wie kann das sein?
Was geschieht dort?
Was mischt du dich ein?

Ich lebe mein Leben so wie ich es für richtig empfind’
Namen wurden zu Buchstaben – verstreut durch den Wind
Solang ich mich wohl fühle in diesem Leben
Kannst du mir durch deine Liebe nichts geben
Geh allein durch die Welt und will es auch bleiben
Werd Gedanken an Liebe aus meinem Kopf vertreiben.

Wie kann das sein?
Was geschieht dort?
Lasst mich doch alle allein!
Pusteblumenkohl
#014 Gefecht auf verlorenem Posten

Besuch. Mütter von Geisteswissenschaftlern schauen erst dann nicht mehr
mitleidig vorwurfsvoll, wenn der Herr Sohn Professor geworden ist – aber nur
vielleicht.
Also wieder die Truppen formieren, „man ist nur gut in Dingen, die einem
Spaß machen“, „Geisteswissenschaftler sind universell einsetzbar“, „Laut
Statistik von Prof. Lenz sind nach einem Jahr…“
Mutter interessiert die Statistik nicht. Da zählen nur die harten Fakten.
Mutter hat Ort und Zeit sorgfältig gewählt. Ich ahne, dass es ein Blutbad
wird.
Meine Attacke „Ich arbeite doch jetzt in meinem Fachgebiet“ kontert Mutter
locker mit „ja, aber als Ein-Euro-Sklave in einem Institut, das gerade den
Bach runter geht.“ „Die Kollegen sind nett. Die Arbeit macht Spaß.“ Es sieht
für einen Moment so aus als könnte ich in ihre Formation einbrechen.
„Hattest du nicht erzählt, dass die da gerade die Sekretärin rausgeekelt
haben? Und bezahlt wirst du doch auch nicht anständig.“ Zwei harte Treffer,
doch noch ist nichts verloren. „Jeder muss mal anfangen. Der Chef hält
übrigens viel von meiner Arbeit“, bringe ich mein schwerstes Geschütz in
Stellung. „Und? Hat er dir einen Job angeboten?“ Volltreffer! Die Wucht der
Explosion versprengt meine Truppen in alle Winde. „Naja, also … nein. Die
Haushaltslage…“ beginne ich den Rückzug. „Also dein Bruder hat nach dir
angefangen zu studieren und auch was gefunden.“ prescht Mutter vor. „Der ist
aber auch Ingenieur. Das kann man nicht vergleichen.“ versuche ich zu retten
was retten ist.
Mutter weiß genau wo die Schwachpunkte meiner Verteidigung liegen. „Du musst
dich auch mal nach etwas anderem umschauen, Junge. Caroline arbeitet jetzt
bei IKEA.“ Ich schicke ein letztes Aufgebot in die Schlacht. „Ich bin mir
sicher, dass sich bald …“ geht im finalen Großangriff der
die-Sache-mit-deinem-Leben-Rede unter. Ich schließe die Augen und höre den
großen Klingonen neben mir sagen, „Heute ist ein guter Tag zum Sterben!“.
Julschn
Danke danke danke...dass ich gewählt wurde und somit heut nen schönen Abend in der Scheune hatte... und noch ein tolles Buch bekommen habe. Och da geh ich (nach der Sommerpause) jetz öfters hin...das war lustich!

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No Name
Und das für den Text, Tjaha die Sinnlosigkeit kennt keine Grenzen.